Laternenumzug – Warum wir im Herbst mit der Laterne gehen

Wenn die Tage kürzer werden und die Blätter von den Bäumen fallen, ist es endlich soweit. Dann ist es höchste Zeit, die Laterne heraus zu holen und mit Gesang durch die Dunkelheit zu spazieren. Doch wisst ihr auch, woher dieser schöne Brauch stammt und warum wir mit der Laterne spazieren gehen?

 
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Wann gingen eigentlich die ersten Kinder mit ihren Laternen durch die Straßen?

Ich habe mich schlau gemacht und dabei erfahren, dass schon vor mehr als 100 Jahren die Kinder mit ihren Laternen durch die Straßen gezogen sind.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dann große Laternenumzüge organisiert. Ganze Schulen und Stadtteile trafen sich, um gemeinsam mit viel Gesang und bunten Laternen herum zu ziehen. Ein Spielmannszug darf dabei auch heute nicht fehlen.

Warum werden Laternenumzüge auch Martinsumzüge genannt? Wer war der Heilige Martin?

Warum wir im November die Martinsumzüge veranstalten, geht auf eine alte Geschichte zurück. Die Legende vom Heiligen Martin erzählt die Geschichte eines Mannes, der einen Bettler vor dem sicheren Erfrieren gerettet hat. Martin, so hieß der Retter, überlegte nicht lange und teilte seinen Mantel in zwei Hälften, um den fremden Mann vor der Kälte zu schützen. Von dieser Tat erfuhren auch die Kirchenoberhäupter, die ihn dafür zum Bischof ernannten und ihn zum Heiligen Martin machten. Als er dann später starb, wurde ihm zu Ehren eine große Lichterprozession veranstaltet.

Der 11. November ist der Tag seiner Beerdigung. Im Gedenken an den Heiligen Martin finden an diesem Tag auch heute noch große Laternenumzüge (Martinsumzüge) statt.

Die evangelische Kirchengemeinde veranstaltet ihre Laternenumzüge einen Tag vorher, am 10. November. Damit feiert sie den Geburtstag von Martin Luther, der zu seiner Zeit ebenfalls eine bedeutende Persönlichkeit war.

Seine Geschichte erzähle ich euch ein anderes Mal.

Ist vielleicht auch ein alter Bauernbrauch der Grund für unsere Laternenumzüge?

Es gibt viele Menschen, die daran glauben, dass die Kirche mit unseren Laternenumzügen gar nichts zu tun hat. Vielmehr könnten es auch die Bauern gewesen sein, die schon vor vielen Jahren an den kurzen, dunklen Novembertagen auf ihren Feldern Feuer anzündeten. Diese Aktion war ihr Dankeschön für die gute Ernte, die die Felder hervorgebracht hatten.

Für die Kinder war dies immer ein besonderes Ereignis, denn sie durften am Feuer Fackeln entzünden und ausgehöhlte Kürbisse oder große Rüben mit einer Kerze von innen schmücken. Es wurde gemeinsam gefeiert und gesungen.

Na? Habt ihr jetzt Lust bekommen, auch noch einmal mit eurer Laterne los zu ziehen? Keine Sorge, das dürft ihr nicht nur am 10. oder 11. November tun.

Fragt eure Eltern, ob sie mit euch einen kleinen Abendspaziergang machen wollen. Ihr werdet sehen, wie viel Spaß auch ein kleiner Laternenumzug ganz in Familie machen kann!

Bildquelle:
Bild 1: Rike / pixelio.de
www.pixelio.de

Superhanni – privat (c) SOL – Schreiben ohne Limit

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